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Die 2. Säule.

Die 2. Säule, auch Pensionskasse oder berufliche Vorsorge genannt, ergänzt die Leistungen der AHV/IV. Sie wird im Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (BVG) geregelt. Zusammen mit der 1. Säule soll die 2. Säule dafür sorgen, dass der gewohnte Lebensstandard auch nach der Pensionierung beibehalten werden kann.

Die 2. Säule ist Teil des 3-Säulen-Konzepts der Schweiz. In der 2. Säule sind Leistungen für die Pensionierung und im Falle von Tod und Invalidität versichert. Diese Leistungen werden durch den Arbeitgeber und die Angestellten gemeinsam finanziert.

Nach der Pensionierung decken die 1. und die 2. Säule etwa 60 % des letzten Lohnes ab. Oft reicht das aber nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard weiterzuführen – und es entsteht eine Vorsorgelücke. Diese können Sie mit einer Vorsorge in der 3. Säule schliessen.

Alle AHV-pflichtigen Angestellten, die pro Jahr mehr als CHF 21 330 (Stand 1.1.2019) verdienen, sind obligatorisch in der Pensionskasse versichert:

  • Ab 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahrs für die Risiken Tod und Invalidität
  • Ab 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahrs auch für die Altersvorsorge

Selbstständige, Arbeitgeber und Angestellte, die nicht obligatorisch versichert sind, können sich freiwillig innerhalb der 2. Säule versichern. Arbeitslose, die Arbeitslosengeld beziehen und den massgebenden Tageslohn übersteigen, sind bei der Auffangeinrichtung für die Risiken Tod und Invalidität versichert.

Die obligatorische Versicherung in der 2. Säule beginnt, wenn Sie eine Stelle antreten, die nicht auf drei Monate begrenzt ist. Sie endet, wenn

  • das ordentliche Rentenalter erreicht wird – also für Frauen mit 64 und für Männer mit 65 Jahren
  • Sie weniger als CHF 21 330 jährlich verdienen (Stand 1.1.2019) und somit die BVG-Eintrittsschwelle nicht erreichen
  • das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird

Gut zu wissen: Treten Sie nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht sofort einer neuen Pensionskasse bei, sind Sie bei Ihrer bisherigen Pensionskasse für die Risiken Tod und Invalidität für noch maximal einen Monat versichert.

Der obligatorisch versicherte Lohn ist die Basis für die Beiträge in die Pensionskasse. So werden beispielsweise die Altersgutschriften anhand des versicherten Lohns festgelegt.

Berechnet wird der versicherte Lohn, indem vom AHV-pflichtigen Jahreslohn der Koordinationsabzug von CHF 24 885 abgezogen wird. Der Lohnanteil, der die BVG-Obergrenze von CHF 85 320 übersteigt, ist nicht obligatorisch versichert. Grundsätzlich bewegt sich der versicherte Lohn somit zwischen CHF 24 885 und CHF 85 320.

Erreicht der so berechnete versicherte Lohn den Betrag von CHF 3555 nicht, so wird er auf diesen Betrag aufgerundet. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der AHV-Jahreslohn geringer ist als der Koordinationsabzug.

Die erwähnten Werte sind seit 1.1.2019 gültig. Sie werden in der Regel bei Erhöhung der AHV-Renten angepasst.

Angestellte und Arbeitgeber finanzieren die Beiträge der 2. Säule gemeinsam. Dabei müssen die Beiträge des Arbeitgebers mindestens gleich hoch sein wie die gesamten Beiträge aller seiner Angestellten. Der Arbeitgeber zieht die Pensionskassenbeiträge der Angestellten jeden Monat vom Lohn ab und überweist sie zusammen mit seinem Anteil in die Pensionskasse. Der Beitrag setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:
Am 1. Januar nach Vollendung des 24. Lebensjahrs geht es los: Die Höhe der Altersgutschrift ist abhängig von Ihrem Alter und wird in Prozenten des versicherten Lohnes berechnet. Die Summe der Altersgutschriften bildet das BVG-Altersguthaben auf Ihrem Alterskonto. Dieses BVG-Altersguthaben wird mit dem gesetzlich vorgegebenen Mindestzins verzinst.
Die Höhe Ihrer Risikoprämie hängt von den versicherten Risiken ab. Sie wird für die Finanzierung der Renten bei Tod und Invalidität verwendet.
Dieser Beitrag wird dem Sicherheitsfonds weitergeleitet. Damit werden beispielsweise die Leistungen sichergestellt, falls der Arbeitgeber oder die Pensionskasse zahlungsunfähig wird. Die Beitragssätze werden jährlich vom Sicherheitsfonds vorgegeben.
Sie erhalten jedes Jahr einen aktuellen Pensionskassenausweis, auch Vorsorgeausweis genannt. Er gibt Auskunft über die voraussichtlichen Leistungen. Laut Gesetz sind folgende Leistungen obligatorisch:
  • Das vorhandene BVG-Altersguthaben wird mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Umwandlungssatz von 6,8 % multipliziert. Daraus ergibt sich die jährliche Altersrente.
  • Falls die versicherte Person Kinder hat, besteht zudem Anspruch auf eine sogenannte Pensionierten-Kinderrente. Sie entspricht 20 % der Altersrente und wird zusätzlich zu dieser ausbezahlt, bis das Kind volljährig ist oder bis zum Abschluss der Ausbildung. Längstens jedoch bis zur Vollendung des 25. Altersjahrs.
  • Wird die versicherte Person invalide, hat sie zusätzlich zu den Leistungen aus der 1. Säule Anspruch auf eine Invalidenrente aus der Pensionskasse.
  • Die Basis für die Invalidenrente bilden das vorhandene Altersguthaben zum Zeitpunkt der Invalidität sowie die künftigen Altersgutschriften ohne Zins. Die Invalidenrente beträgt 6,8 % des so berechneten Guthabens.
  • Falls die versicherte Person Kinder hat, besteht zudem Anspruch auf eine Invaliden-Kinderrente. Sie entspricht 20 % der Invalidenrente und wird zusätzlich zu dieser ausbezahlt, bis das Kind volljährig ist oder bis zum Abschluss der Ausbildung. Längstens jedoch bis zur Vollendung des 25. Altersjahrs.
  • Ab Bezug der Invalidenrente zahlt die Pensionskasse die Altersbeiträge für die versicherte Person. Und zwar bis zum Wegfall der Invalidität oder bis zur Pensionierung.
  • Falls die versicherte Person stirbt, hat die Witwe oder der Witwer bei Unterhaltspflicht von Kindern Anspruch auf eine Rente. Oder wenn die hinterbliebene Person mindestens 45 Jahre alt ist und die Ehe mindestens 5 Jahre dauerte. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren ist der eingetragene Partner dem Ehegatten gleichgestellt.
  • Wenn die oben erwähnten Voraussetzungen nicht erfüllt sind, erhält die hinterbliebene Person eine einmalige Abfindung von drei Jahresrenten.
  • Die Rente für Witwen oder Witwer beträgt 60 % der versicherten Invalidenrente bzw. der zuletzt ausbezahlten Alters- oder Invalidenrente.
  • Falls die versicherte Person Kinder hatte, besteht zudem Anspruch auf eine Waisenrente. Sie entspricht 20 % der Invalidenrente bzw. Altersrente und wird zusätzlich zu dieser ausbezahlt, bis das Kind volljährig ist oder bis zum Abschluss der Ausbildung. Längstens jedoch bis zur Vollendung des 25. Altersjahrs.

Grundsätzlich werden die Leistungen der 2. Säule als Rente ausbezahlt. Bei der Pensionierung können Sie das angesparte Guthaben auch als Kapital beziehen. Entweder als ganzes oder als Mischform aus Rente und Kapital. Die Details sind im Vorsorgereglement festgehalten.

Gut zu wissen: Wenn Sie eine Kapitalauszahlung wünschen, müssen Sie dies schriftlich bei der Pensionskasse beantragen.

Die Hinterlassenen- und Invalidenrenten werden erstmals nach dreijähriger Laufzeit und danach alle zwei Jahre an die Teuerung angepasst. Laufende Altersrenten sowie überobligatorische Hinterlassenen- und Invalidenrenten werden im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Pensionskasse an die Teuerung angepasst.

Verlassen Sie ein Unternehmen, so treten Sie zugleich aus der Pensionskasse Ihres Arbeitgebers aus. Beim Austritt aus der Pensionskasse haben Sie Anrecht auf das volle bis zum Austritt erworbene Altersguthaben.

Das Guthaben wird an die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers überwiesen. Wenn Sie keine neue Stelle antreten, können Sie Ihre Altersguthaben auch an eine Freizügigkeitseinrichtung überweisen. Wenn Sie keine Freizügigkeitseinrichtung und keine Pensionskasse angeben, wird Ihr Guthaben frühestens nach sechs Monaten ab Austritt an die Auffangeinrichtung überwiesen.

Zudem ist eine Barauszahlung des Altersguthabens in folgenden Fällen möglich: 

  • Wenn Ihre Austrittsleistung weniger als Ihr Jahresbeitrag beträgt
  • Wenn Sie eine selbstständige Erwerbstätigkeit aufnehmen
  • Wenn Sie definitiv ins Ausland ausreisen

Gut zu wissen: Bei einer Ausreise in ein EU-/EFTA-Land hängt die Barauszahlung des BVG-Guthabens davon ab, ob Sie in diesem Land obligatorisch versichert sind. Sollte eine Barauszahlung nicht möglich sein, bleibt Ihr Guthaben bis zur Pensionierung bei einer Freizügigkeitseinrichtung in der Schweiz. Weitere Informationen dazu finden Sie beim BVG-Sicherheitsfonds

Für die Finanzierung von Wohneigentum können Sie Mittel aus Ihrer Pensionskasse verwenden – entweder als Vorbezug oder als Verpfändung:

  • Vorbezug aus der Pensionskasse: Gemäss Gesetz können Sie Ihr angespartes Altersguthaben für selbstbewohntes Wohneigentum vorbeziehen. Und zwar alle fünf Jahre und bis zu drei Jahre vor der Pensionierung. Der Mindestbetrag für den Vorbezug ist CHF 20 000.
  • Verpfändung aus der Pensionskasse: Zugunsten von Wohneigentum für den eigenen Bedarf können Sie entweder Ihr angespartes Altersguthaben oder Ihren Anspruch auf Vorsorgeleistungen verpfänden – also Ihre Invaliden- oder Todesfallleistung aus der 2. Säule.
  • Pensionskassen-Beiträge: Die geleisteten Beiträge der Arbeitnehmer an die Pensionskasse können bei den direkten Steuern des Bundes, der Kantone und der Gemeinden abgezogen werden.
  • Leistungen aus der 2. Säule: Renten aus der 2. Säule sind als Einkommen steuerbar. Kapitalbezüge dagegen werden getrennt vom übrigen Einkommen zu einem privilegierten Spezialsatz besteuert.
  • Vorbezug für Wohneigentum: Ein Vorbezug aus der 2. Säule wird als Kapitalbezug besteuert. Bei allfälliger Rückzahlung eines Vorbezugs kann die damals bezahlte Steuer ohne Zins zurückverlangt werden.
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