Die 1. Säule: AHV und IV erklärt
 

Die Basis.
Die 1. Säule – AHV und IV.

Mehr zum Thema Vorsorge

Keine Meetings. Keine Mittagspausen. Kein «Kannst du bitte schnell?»
Wenn Sie nicht mehr arbeiten müssen oder können, erhalten Sie Geld für Ihren Lebensunterhalt. Vom Staat.

Wie das genau funktioniert? Diese und alle weiteren Fragen beantworten wir Ihnen hier. 

Die 1. Säule ist das Fundament für das 3-Säulen-System – die staatliche Vorsorge. Sie besteht aus der AHV, der Alters- und Hinterlassenenversicherung, und der IV, der Invalidenversicherung. Mit der 1. Säule sorgt der Staat für Ihre Existenzgrundlage im Alter, bei Invalidität und im Todesfall für Ihre Hinterbliebenen. Gegebenenfalls erhalten Sie in der 1. Säule auch Ergänzungsleistungen (EL) oder Erwerbsersatz (EO) für den Militärdienst sowie für die Mutterschaft. So kommt die Schweiz ihren Verpflichtungen als Sozialstaat nach. Und Sie in den Genuss der Leistungen.
Die Leistungen der 1. Säule setzen sich aus drei Teilen zusammen: AHV-Leistungen, IV-Leistungen und Erwerbsersatzordnung. Dazu kommen noch Ergänzungsleistungen zu AHV und IV.
Die Alters- und Hinterlassenenversicherung ist für alle in der Schweiz lebenden Personen obligatorisch. Als staatliche Rentenversicherung sichert sie die finanzielle Existenz im Alter und zahlt im Todesfall Hinterlassenenrenten an Witwen, Witwer und Waisen aus. Sie kommt also allen zugute. 
Ab dem ordentlichen Rentenalter haben Sie einen Anspruch auf die AHV-Altersrente – für Frauen ab 64 Jahren und für Männer ab 65 Jahren. Bei Verheirateten oder Menschen, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, werden die beiden AHV- Renten insgesamt auf 150 % der AHV-Maximalrente begrenzt.

Der Verlust eines geliebten Menschen wiegt schwer. Damit wenigstens die finanzielle Belastung nicht allzu gross ist, bekommen Ehegatten mit Kindern eine Witwen- oder Witwerrente. Frauen erhalten die AHV-Witwenrente, wenn sie Kinder haben oder mindestens 45 Jahre alt sind und ihre Ehe mindestens fünf Jahre gedauert hat. Männer erhalten die Witwerrente lediglich bis zum 18. Geburtstag ihres jüngsten Kindes. Bei eingetragener Partnerschaft gelten die Regeln der Witwerrente.

Für Kinder bis 18 Jahre – und bis höchstens 25, sofern sie noch in der Ausbildung sind – wird zusätzlich eine Halbwaisenrente bezahlt, wenn ein Elternteil gestorben ist. Sind beide Elternteile gestorben, bekommen sie eine Vollwaisenrente.

Die Invalidenversicherung oder kurz IV ist zweistufig: Sie unterscheidet zwischen vorübergehender und dauerhafter Erwerbsunfähigkeit. Bei vorübergehender Invalidität erhalten Sie während maximal zwei Jahren ein Taggeld. Wenn nach dieser Zeit eine Wiedereingliederung ins Arbeitsleben nicht möglich ist oder Sie auch nach der Eingliederung nur eingeschränkt erwerbstätig sind, erhalten Sie eine Invalidenrente.

Es geht nicht mehr – die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben war nicht erfolgreich. Jetzt steht allen Versicherten, die zu mindestens 40 % erwerbsunfähig sind, eine Invalidenrente zu. Wie bei der AHV-Rente werden bei Ehepaaren zwei volle Invalidenrenten auf 150 % des Höchstbetrages begrenzt.

Bei Kindern bis 18 Jahren – und bis höchstens 25, sofern sie noch in der Ausbildung sind – wird zusätzlich eine Kinderrente ausbezahlt, wenn ein Elternteil eine Invalidenrente bezieht.

Wenn das Aufstehen, Anziehen, Essen oder Duschen nicht mehr ohne Hilfe geht, haben Sie Anspruch auf Zusatzleistungen. Und zwar so lange, wie Sie die Hilfe Dritter benötigen.
Wenn Sie mit den Leistungen aus AHV und IV Ihre minimalen Lebenskosten nicht decken können, weil Sie beispielsweise über kein weiteres Einkommen verfügen und auch nicht vermögend sind, dann bekommen Sie im Rahmen der 1. Säule Ergänzungsleistungen ausbezahlt.
Die Erwerbsersatzordnung entschädigt die Dienstleistenden in Armee, Zivildienst und Zivilschutz für den Erwerbsausfall. Sie kommt auch für den Erwerbsausfall bei Mutterschaft auf.
  • Personen, die in der Schweiz wohnen.
  • Personen, die in der Schweiz arbeiten.
  • Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland für die Eidgenossenschaft oder für vom Bundesrat bezeichnete Institutionen tätig sind.

Ab Geburt. Und so lange, bis Sie:

  • ins Ausland ziehen
  • die Erwerbstätigkeit in der Schweiz aufgeben
  • die Erwerbstätigkeit im Ausland im Dienst der Eidgenossenschaft aufgeben
  • das ordentliche AHV-Rentenalter erreichen. Ab da erhalten Sie die AHV-Altersrente. Der Todesfallschutz bleibt bestehen.

Ihr Beitrag für die 1. Säule richtet sich nach Ihrem Lohn. Insgesamt 10,55 % Ihres Lohns sind zu bezahlen. Diese verteilen sich auf AHV, IV und EO. Davon bezahlen Sie die eine Hälfte – also 5,275 % – und Ihr Arbeitgeber die andere. (Stand 1.1.2020)

Sie müssen dafür allerdings gar nichts tun, denn Ihr Arbeitgeber zieht den AHV/IV-Beitrag von Ihrem Lohn ab und überweist ihn zusammen mit dem Beitrag für die Arbeitslosenversicherung direkt an die Ausgleichskasse. Sie sehen das auf Ihrer Lohnabrechnung. Die Verwaltungskosten übernimmt dabei übrigens auch Ihr Arbeitgeber.

Sind Sie selbstständig erwerbend, müssen Sie die kompletten Beiträge für die AHV/IV/EO – also 10,55 % – selbst bezahlen.

Sie sind berufstätig? Dann ist der 1.1. des Jahres, in dem der 18. Geburtstag gefeiert wird, der Stichtag. Ab da zahlen Sie in die 1. Säule ein.

Sie sind nicht erwerbstätig? Dann bezahlen Sie die Beiträge ab dem 1.1. des Jahres, in dem der 21. Geburtstag gefeiert wird.

Sie gehen in Pension? Dann endet auch Ihre AHV-Beitragspflicht, soweit Sie sich als Frau mit 64 und als Mann mit 65 pensionieren lassen.

Sie gehen frühzeitig in Pension? Dann sind Sie weiterhin beitragspflichtig bis zum ordentlichen Rentenalter.

Sie arbeiten weiter, obwohl Sie schon das Rentenalter erreicht haben? Dann bezahlen Sie auch weiterhin Ihre Beiträge. Allerdings weniger – Sie geniessen einen gestaffelten Freibetrag.

Sie waren länger im Ausland tätig? Sie hatten einen Unfall und haben Krankentaggeld bekommen? Sie haben während Ihres Studiums keine Beiträge bezahlt? Dann haben Sie eventuell Beitragslücken in der AHV/IV. Und das ist ärgerlich, denn dann kann Ihnen die AHV-Rente gekürzt werden – um mindestens 2,3 Prozent pro fehlendem Beitragsjahr.

Beantragen Sie schriftlich oder online von Ihrer AHV- Ausgleichskasse einen AHV-Auszug – den sogenannten IK-Auszug – und sehen Sie dort nach, ob solche Lücken bestehen. Sollten diese zu Unrecht bestehen, können Sie innert 30 Tagen eine Berichtigung verlangen.

Bestehen tatsächlich AHV-Beitragslücken, können Sie diese schliessen, indem Sie die fehlenden AHV/IV-Beiträge einfach nachträglich bezahlen. Allerdings geht das nur für die letzten fünf Jahre nach der Beitragslücke und wenn Sie in der Schweiz versichert waren.

Haben Sie Beitragslücken, weil Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber die Beiträge nicht bezahlt hat, helfen Ihnen Ihre Lohnabrechnungen. Damit können Sie gegebenenfalls nachweisen, dass Sie in der fraglichen Zeit gearbeitet haben und dass Ihre AHV-Beiträge von Ihrem Lohn abgezogen wurden. In diesem Fall werden die entsprechenden Beiträge gutgeschrieben.

Genug gearbeitet. Mit 64 Jahren haben Frauen das AHV-Pensionsalter erreicht, Männer mit 65 Jahren. Sie haben die Möglichkeit, Ihre AHV-Rente um bis zu zwei Jahre vorzuverlegen oder um maximal fünf Jahre aufzuschieben. Das müssen Sie jedoch beantragen.

Je früher, desto weniger. Das bedeutet konkret: Wenn Sie Ihre AHV-Rente um ein Jahr vorverschieben, wird Ihre AHV- Rente um 6,8 % gekürzt. Möchten Sie die Rente zwei Jahre früher beziehen, kürzt sich diese um 13,6 %. 

Gut zu wissen: Sie gehen in Frühpension, möchten aber trotzdem die volle AHV-Rente? Das geht. Aber nur, wenn Sie Ihre Rente erst ab dem ordentlichen Rentenalter beziehen. Bis dahin müssen Sie einfach  Ihre AHV-Beiträge weiterhin bezahlen.

Später heisst mehr. Bis zu fünf Jahre können Sie Ihre AHV-Rente aufschieben. Und je länger Sie warten, umso höher fällt sie aus:

  • 1 Jahr +5,2 %
  • 2 Jahre +10,8 %
  • 3 Jahre + 17,1 %
  • 4 Jahre +24,0 %
  • 5 Jahre +31,5 %

Dabei müssen Sie gar nicht vorher festlegen, wie lange Sie Ihre Rente aufschieben möchten. Sobald Sie ein Jahr über dem ordentlichen Rentenalter sind, können Sie diese jederzeit beziehen. Und Ihren Ruhestand geniessen.

Die optimale Versicherung für Sie? Finden wir bei einem persönlichen Termin. 
Beratung anfordern
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Sparen und Anlegen: Aber sicher

Sparen und Anlegen
Sparen macht immer Sinn. Finden Sie gemeinsam mit uns die Vorsorgelösung, die am besten zu Ihnen passt.
Vorsorge- und Lebensversicherungen: Jetzt. Für Später.

Vorsorge- und Lebensversicherungen
Man kann gar nicht früh genug an später denken. Die passende finanzielle Absicherung finden Sie hier. Unsere Lösungen im Überblick.
Vorsorge-Ratgeber: Gut zu wissen
Wie funktioniert das mit der 3. Säule? Was muss man zum BVG wissen? Hier finden Sie es heraus: In unseren Ratgebern zum Thema Vorsorge. 
Folgen Sie uns