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Wer haftet bei einem allfälligen Transportschaden?
Wie sind die Haftungslimiten der Schweizer Spediteure und Transporteure geregelt?
Die Entschädigungen im Schadenfall sind zwar im Schweizerischen Obligationenrecht geregelt, allerdings dürfen diese durch eigene Bedingungen eingeschränkt, aber nicht ganz wegbedungen werden. Ebenfalls ist es möglich, dass gewisse Verbandsbedingungen als Grundlage genutzt werden, die die Haftung ebenfalls einschränken.
In diesen Fällen wird ein Transportschaden möglicherweise nicht vollständig ersetzt. Durch den Abschluss einer Transportversicherung kann sich der Käufer oder Verkäufer davor schützen, dass ein Transportschaden nach dem anwendbaren lokalen Recht oder einer vertraglichen Abmachung nicht oder nur teilweise ersetzt wird. Die Transportversicherung entschädigt jeweils den vollen Warenwert, unabhängig von allfälligen Haftungslimiten.
Verdeckter Transportschaden – ein Beispiel
Schauen wir uns anhand eines konkreten Beispiels an, wie wir Sie bei einem Transportschaden unterstützen:
Ein auf Maschinenbau spezialisiertes Familienunternehmen musste auf Verlangen eines Käufers eine Produktionsanlage ausnahmsweise per Luftfracht spedieren. Die Anlage wurde nach Auffassung des Familienunternehmens luftfrachttauglich verpackt und traf ohne sichtbare Transportschäden am Bestimmungsort ein.
Das Auspacken und der Testlauf verlaufen ohne Zwischenfälle, und die Maschine wird in Betrieb genommen. Einige Wochen später wird bei der gelieferten Maschine eine technische Störung diagnostiziert. Ist es ein Transportschaden? Wer muss den Schaden an der Maschine übernehmen?
Transportgut wurde professionell verpackt
Da der Produktionsstandort ausserhalb Europas für die neu erworbene Anlage noch nicht fertiggestellt war, wurde diese erst 90 Tage nach erfolgter Lieferung ausgepackt, montiert und schrittweise mechanisch und anschliessend elektrisch in Betrieb genommen.
Der zweiwöchige Testlauf in Anwesenheit von Fachkräften aus der Schweiz verlief problemlos. Erst drei Wochen später stellte der Kunde am Knopf des Kneters, an dem sich das Planetengetriebe befindet, aussergewöhnliche Geräusche fest. Die Anlage musste deshalb aus sicherheitstechnischen Gründen abgeschaltet werden. Die Fernanalyse durch den des teuren Mixers (Millionenbetrag) ergab, dass aller Wahrscheinlichkeit nach ein Lager im Getriebe beim Transport Schaden genommen haben musste und sich dieses deshalb mit zunehmender Betriebsdauer selber zerstörte. Eine unsachgemässe Handhabung als Ursache für den Maschinenschaden schloss der Hersteller aus.
Nachdem der Verkäufer/Hersteller weitere Abklärungen mit dem verantwortlichen Verpacker/Spediteur vorgenommen hatte, informierte er seinen Versicherer, die Allianz, bei der er eine Transportversicherung abgeschlossen hat, und machte einen Transportschaden geltend. Als anzunehmende Ursache gab er an, dass beim Starten und Landen der Frachtmaschine überdurchschnittliche Beschleunigungskräfte auf den liegenden Kneter der Anlage und seine Knetschaufeln mit total 1,5 Tonnen Schaufelgewicht eingewirkt hätten. Aus diesem Grund sei das Lager des Antriebs beschädigt worden.
Wann ist der Maschinenschaden eingetreten?
Umfassenden Schutz für Transport- und Güterschäden sicherstellen
Wie können Transportschäden vermieden werden?
Der Versicherungsexperte Hanselmann rät, immer den ganzen Transportablauf auf mögliche Risiken wie zum Beispiel Lagerungen und Aufenthalte zu analysieren und diese entsprechend zu berücksichtigen.
Ein besonderes Augenmerk muss bei der Verpackung/Bereitstellung auf die produktspezifischen Eigenheiten gelegt werden. So kann wie im beschriebenen Fall auch zunächst verdeckten Transportschäden vorgebeugt werden. Seien Sie beim Gütertransport vorbereitet auf bekannte Gefahren, aber auch auf Unvorhergesehenes.
Bei Abänderungen des Transportablaufs wie in diesem Falle mit der Lagerung des Gutes von 90 Tagen sollte immer abgeklärt werden, ob der in der Transportschadenversicherung gewährte Versicherungsschutz ausreichend ist. Ein kurzes Telefonat mit Ihrem Versicherungsberater kann Ihnen schnelle Gewissheit über Ihre Deckung bringen.
Senior Segmentmanager Unternehmenskunden
Curdin hat einen Master in Betriebswirtschaft und arbeitet seit fünf Jahren in der Versicherungsbranche. In seiner Freizeit ist er gerne in der Natur unterwegs. Ausserdem ist er ein begeisterter Sportfan, sowohl als Zuschauer als auch als Tischtennisspieler in einem Verein.
Transportversicherung