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DONNERSTAG, 8. NOVEMBER 2018

Leben wird aus Mut gemacht

Angst ist ein schlechter Begleiter

Helikopter-Eltern nennt man diese von Angst getriebenen Mütter und Väter, die immer und überall Gefahren wittern und ständig in Sorge um ihren Nachwuchs leben. Dabei stärkt gerade das elterliche Zutrauen zu ihren Kindern deren Entwicklung zu einem selbstbewussten und lebensfrohen Erwachsenen.

Kinder unter zwölf Jahren dürfen im Auto nur in einem speziellen Kindersitz mitfahren. In der EU müssen seit Anfang 2013 Babys sogar bis 15 Monate rückwärts sitzend transportiert werden – ein Gesetz, das auch für die Schweiz von vielen favorisiert wird. Wenn wir schon beim Thema sind: Schon mal versucht, drei Kindersitze in einem «normalen» Personenwagen unterzubringen? Viel Spass! (Womit auch das Phänomen der immer grösser werdenden Anzahl SUV auf unseren Strassen geklärt wäre.)
 

Zu Risiken und Nebenwirkungen …

Aber zurück zum Thema. Nicht, dass ich etwas gegen Massnahmen zum Kindeswohl hätte. Ganz im Gegenteil. Doch manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass wir uns langsam, aber sicher in eine Welt von Paranoikern hineinmanövrieren. Dass wir unsere eigene Kindheit mit Autofahrten voller Turnübungen auf der Rückbank, in der Wohnung rauchender Eltern, mit unzähligen chemischen Zusätzen in Sommerglaces, einem Strandleben ohne Ganzkörperburkini, 17-fach geprüften Flügeli und Totalblock-Sonnenschutz überhaupt überlebt haben, grenzt rückblickend an ein Wunder.

Denn heutzutage wird jedes Risiko minimiert, Kinder werden auf dem Spielplatz streng bewacht (bei Streit wird geschlichtet, beim Klettern unaufgefordert geholfen), abends erfolgt die Kontrolle dann via App und Handykamera auch im Schlaf. «Helikopter-Eltern» nennt man diese von Angst getriebenen Mütter und Väter, die immer und überall Gefahren wittern und in ständiger Sorge um ihren Nachwuchs leben. Das Phänomen, das mittlerweile auch schon – von übereifrigen Eltern belagerte – Lehrer beklagen, ist allerdings kein neues: Bereits 1969 definierte der israelische Psychologe Haim G. Ginott Panikmacher-Eltern als Helikopter, die um ihre Kinder kreisen.
 

Aufsicht statt Einsicht?

Neu ist aber, dass immer mehr Regeln und Gesetze diese Überbehütung untermauern. So forderte die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) in einem Positionspapier zum Kinder- und Jugendschutz eine Badehosenpflicht für Kleinkinder. Nur so könne vermieden werden, dass Posing-Bilder (Nacktbilder von posierenden Kindern) in die Hände von Pädophilen gelangten. Womit die CVP nicht ganz unrecht hat, und ja, es ist richtig, wann immer es geht, Kinder zu schützen. Doch wo ziehen wir die Grenze? Muss ich in Zukunft als Mutter a) hinter jedem Blick eines erwachsenen Menschen in die Richtung meines Kindes einen potenziellen Unhold vermuten, und muss ich mich b) als nachlässige Rabenmutter fühlen, wenn ich mein Kind mal «windelfrei» durch die Badi rennen lasse? Ich werde ja jetzt schon manchmal argwöhnisch beäugt, wenn ich meine zweijährige Tochter allein aufs Klettergerüst lasse, OHNE mich schützend hinter sie zu stellen und sie nicht ununterbrochen ermahne, vorsichtig zu sein.
 

Abenteuer Leben

Das Leben birgt nun mal Gefahren. Einige kann man vermeiden, viele nicht. Meine Eltern waren als «sicherer Hafen» immer für mich da, aber sie haben mich ziehen lassen und mir schon als kleines Kind zugetraut, dass ich auf mich aufpassen und im richtigen Moment die richtige Entscheidung treffen kann. Für dieses mir vermittelte Urvertrauen bin ich ihnen unendlich dankbar. Denn meine Eltern haben mir so ermöglicht, neugierig statt angsterfüllt die Welt zu entdecken. Und dieses Privileg sollten wir den nachfolgenden Generationen nicht verwehren, so sehr wir auch um ihr Wohl bemüht sind.
 

Von Nina Merli
 

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